Orgel- und
Harmoniumwerkstatt
Thomas Reilich
Aktuelle Projekte

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Um einen vergessenen Schatz zu bergen, suche ich Kontakt zu Besitzern des Hörügel-Modelles "Maestrale".

Bitte melden unter: harmoniumwerkstatt.reilich@gmail.com. Selbstverständlich wird alles vertraulich behandelt.

aktueller Stand: 15.10.2021

John Holt, Liverpool, Bj. 1935

Da die Teile von Schröding momentan die Werkstatt vollends ausfüllen, hat das Holt erst einmal Pause.

Schröding, Orgel von J. Müller, Tuntenhausen, Bj. 1869

li: Stahl ist zwar nicht mein Lieblings-werkstoff, aber so ein Ausflug ins Metallhand-werk, macht auch mal Spaß.

Nachdem es die Firma Laukhuff nicht mehr gibt und andere Zulieferer dadurch wochenlange Lieferzeiten haben, war das Motto bei den nun benötigten Balgscheren: selber machen.

Zwei Schichten Rostschutzgrundierung, tragen für eine beständige Schönheit sorge.

re: Üblicher-weise würde man diese Scheren auf der Längsseite des Balges anbringen (4 Stück), aber die historischen Spuren waren hier eindeutig.

Nach der abschließenden Lackierung, war es dann Zeit für die Montage.

Die Balgscheren sorgen dafür, dass der Rahmen zwischen Innen- und Außenfalte gleichmäßig mit angehoben wird.

li: Die Maße des Hauptkanals (flach, aber breit), konnten anhand alter Spuren rekonstruiert werden. Der Anschlusskanal für den Motor (Bildmitte), weicht mit seinem Kropf einem Balglager aus.

re: Versehen mit Schraubleisten und Anschlussmanschette, war der erste Kanal bereit zum Einbau.

Nun begann der Zuschnitt für die Windkanäle.

re: Nach der Vormontage, war alles bereit zum Einbau.

Die große Gehrung wurde zum Verleimen vorbereitet und die Kanalenden (ganz li) verschlossen.

Um den Kanal auch später noch ein- und ausbauen zu können, wurde er zweigeteilt.

li: Hier sieht man den eingebauten Anschlusskanal, welcher links mit dem Motor (in der Kiste) verbunden ist und nach oben in den Balg führt.

li: Deutlich zu erkennen sind hier die Ausschnitte im Träger der Registermechanik (re) und im Ladenlager (oben), welche die Maße für den Kanal vorgaben.

re: Die Windlade liegt später oben auf, der Kanalanschluss erfolgt auf der Unterseite des Windkastens.

re: Auch hier gab es wieder zahlreiche alte Spuren zu berücksichti-gen.

Nachdem die Kanäle an Ort und Stelle waren, folgte die Herstellung der mechanischen Schöpferbedienung.

Der sog. "Schwengel" liefert eine Bewegungsübersetzung von ca. 3:1, somit sollte der Pumpvorgang mit wenig Kraft zu bewerkstelligen sein.

Eine stabile Konsole bringt den Achspunkt in die erforderliche Höhe.

So sieht es nun unter dem Schöpfer aus. Im offenen Zustand des Balges, liegt der Schwengel knapp unter der Schöpferplatte.

Die Schöpferplatte wird durch ein am Schwengel befindliches Rad nach oben gedrückt. Damit die Last etwas besser verteilt und das weiche Fichtenholz geschont wird, wurde die Platte mit einer Lauffläche aus Hartholz versehen.

re: Am Ende sieht man von all der Arbeit nur noch den Tritt.

Wer genau hinsieht, kann in diesem Bild die Arbeiten der letzten Wochen finden: Balg, Motorkiste, Kanäle, Schwengel.